Im Interesse der Gesundheit: Alkohol und Tabak auch aus Löhnen streichen, nicht nur aus Arbeitslosengeld II

Die Bundesregierung gesteht aus Sorge um die Gesundheit von Erwerbslosen den BezieherInnen von Hartz IV-Leistungen keinerlei Mittel für Alkohol- und Tabakkonsum mehr zu. Sie rechnete die Flüssigkeitsmenge des Alkoholkonsums in Beträge für Mineralwasser um.

Was aber ist mit der Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung? Kann man zulassen, dass im Lohn nach wie vor Mittel für den Konsum von Alkohol und Tabak enthalten sind? Anscheinend ist der Bundesregierung, besonders aber den Unternehmen, die Gesundheit der Mitarbeiter vollkommen gleichgültig. Um dieser Ungerechtigkeit entgegen zu wirken, schlägt das Institut für innovative Politik (IP) vor, die Löhne um die Kosten des Durchschnittskonsums von Alkohol und Tabak zu kürzen. Dazu hat das Institut die Durchschnittskosten des Alkohol- und Tabakkonsums aller Personen über 20 Jahren ermittelt.

135 Liter Bier, 30 Liter Wein und 6,7 Liter Schnaps waren zu verzeichnen. Bewertet mit maßvollen Preisen von 1 € pro Liter Bier, 3 € pro Liter Wein und 8 € pro Liter Schnaps kommt man auf 282 € im Jahr. Die Gesamtflüssigkeitsmenge von 171,7 Litern mit 0,25 € pro Liter in Mineralwasser umgerechnet, erhält man etwa 240 € im Jahr oder 20 € im Monat.

2010 wurden von jeder Person über 20 Jahren 1.276 Zigaretten geraucht. Bei gegenwärtig 0,25 € pro Zigarette (für eine Markenzigarette) kommt man auf 26,60 € im Monat.

Diese Kosten müssten aus allen Löhnen gestrichen werden, um den Drogenkonsum der Bevölkerung einzudämmen, der von verantwortungslosen Unternehmen über Teile des Lohns mitfinanziert wird. Bei einem Durchschnittslohn von 2.550 € brutto oder rund 1.600 € netto entfallen rund 50 € auf die Förderung des Drogenkonsums.

Ein Skandal

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter. Dummbeutel, der Leiter des IP, fordert die Unternehmen auf, eine Kürzung des Durchschnittslohns um mindestens 3 Prozent durchzusetzen. Es könne nicht angehen, dass Erwerbslose beim Kampf gegen Drogen Erwerbstätigen gegenüber dermaßen bevorzugt würden. Die notwendigen Kürzungen könnten mit den anstehenden Lohnerhöhungen sozialverträglich verrechnet werden.


16 Antworten auf „Im Interesse der Gesundheit: Alkohol und Tabak auch aus Löhnen streichen, nicht nur aus Arbeitslosengeld II“


  1. 1 Andreas Perl 11. April 2011 um 8:17 Uhr

    Wäre das politische Elend in diesem Land nicht so groß,könnte man darüber fast amüsiert sein…Ich bin gespannt, wann der erste Hohlkopf mit diesem Vorschlag aufmacht…

  2. 2 Scholz 11. April 2011 um 9:06 Uhr

    Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt ist,
    soll der Alkohol-und Tabakkonsum in Parlamentskreisen besonders
    hoch sein.Ich schlage daher (sicherheitshalber) vor, die Abgeornetendiäten um 20 % in Bundestag und bayrischen Abgeorneten-
    haus zu kürzen.

  3. 3 Peter 11. April 2011 um 9:36 Uhr

    Hi,
    so eine Idee ist der größte Mist. Wer so etwas will, ist entweder im Leben ziemlich oft allein gewesen oder einfach nur hirnverbrannt!

    Der arbeitenden Bevölkerung noch mehr vom Lohn wegnehmen…ganz toll. Bei der Hatz-4-Bevölkerung war die Kürzung vollkommen legitim…die machen doch eh den ganzen Tag nix anderes als rumjammern. Eher sollte Pflichtarbeit zum Programm werden, damit sie weiterhin ihr Geld bekommen.
    Die arbeitende Bevölkerung hat, gesundheitlich gesehen, mehr Probleme mit Rücken, Knien und Stresserscheinungen als mit Drogenkonsum…und wenn, dann ist das jedem seine Sache…wann begreift die Politik endlich, dass sie mit solchen Dingen niemals Akzeptanz finden wird. Scheiß Staat…Scheiß Politik…Scheiß faule und überbezahlte Politikfratzen!

  4. 4 Peter 11. April 2011 um 9:41 Uhr

    …achja, noch etwas: die lohnkürzung ist doch eh wieder nur als mittel gedacht, um den leuten das geld aus der tasche zu ziehen, welches euch nicht gehört. wenn jmd. unbedingt alk und tabak braucht, dann konsumiert er es auch weiter, 20€ mehr oder weniger ist da egal. dafür lassen solche personen aber dann einen kinobesuch oder essen oder sonstige aktivitäten weg --> ob das der richtige weg ist, mag ich zu bezweifeln!

  5. 5 Gurkensalat 11. April 2011 um 12:31 Uhr

    Genial!! Selten so gelacht! Was wird wohl Prof. BlödSinn dazu sagen (lassen)?

  6. 6 Suffnase 11. April 2011 um 12:53 Uhr

    Die Diäten der Bundes- (und EU-)Politiker sollten um den Betrag gekürzt werden, der durchschnittlich in Kokain umgesetzt wird…

    …auch bei den EU-Politikern

  7. 7 Elvira Meier 11. April 2011 um 17:35 Uhr

    Nun, der Verfasser des Unsinns macht mit seinem Namen schon darauf aufmerksam, aus welcher Ecke dieser unbegreifliche Schwachsinn kommt.

  8. 8 Thomas Bodenstein 11. April 2011 um 19:43 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Dummbeutel,

    längst sind die Zeiten vorbei, zu denen es gewagt werden konnte, die gewichtige Stimme des IP in der Öffentlichkeit nicht zu würdigen. Auch die inhaltliche und formale Konsistenz Ihres obigen Forschungsansatzes mit der darus folgenden mutigen Stellungnahme kann das (Fach-)Publikum nur mit interessiertem Erstaunen aufnehmen. Ich persönlich bewundere dabei auch Ihr querdenkerisches Potential/Potenzial. Mich treibt nur eien Sorge um: Wie wollen Sie verhindern, dass Ihre Texte von Doktoranden in illegaler Weise unter Umgehung der Urheberrechts mißbraucht werden? Sicher werden aber in Ihrem Hause auch dieses intrikate Problem betreffend kompetente Lösungsstrategien entwickelt werden.

    Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung

    thobo

  9. 9 Kassberger 11. April 2011 um 21:01 Uhr

    Der Deutsche sieht zu viel fern, verzehrt zu viel Zucker, Salz, Fett und Medikamente, wird zu viel operiert und geröntgt, fährt zu viel Auto, zahlt für sein Häuschen zu viel, versteckt zu viel Geld vor der Steuer, gibt zu viel für Lobbyismus aus, verdient zu viel an Waffenexporten.
    Wie viel Leid bliebe uns erspart, wenn wir alle, du und ich, auf diese schädlichen Gewohnheiten verzichteten.
    Deshalb sollte man jedem Bürger einen Pro-Kopf-Pauschale abziehen, damit er auf diese Weise keinen Schaden mehr anrichten kann.

  10. 10 Karola Schramm 11. April 2011 um 21:54 Uhr

    Dieser Bericht geht so richtig in eine Gesundheitsdiktatur, wie sie es in keiner Diktatur der Welt gibt.

    Und das schreibt ein Prof. Dr.Dr. hc Dummbeutel. Der Name passt zum Bericht.
    Was Erwachsene mit ihrem Geld machen, geht keinen Arbeitgeber und keinen Dr.Dr.hc Dummbeutel an, genausowenig wie es jemanden angeht, bei einem Einkommen von 5.000 Euro.

    oder dürfen in Zunkunft nur reiche Menschen sich des Tabaks und des Sektes erfreuen und die anderen, niederen, sollen leben wie die Tiere oder besser noch, die Sklaven.

  11. 11 Ulrich Meyer 12. April 2011 um 7:23 Uhr

    Endlich mal eine tolle Idee: die nur dem Schein nach „ernsthafte“, in Wahrheit unglaublich zynische Argumentation dieser – im Übrigen unfähigen nur so genannten Regierungskoalition nicht verbissen zu kritisieren, sondern kabarettesk aufzuspießen und der gebotenen Lächerlichkeit zu überführen. Ich denke, daß Hohn und Spott viel tiefgehender wirken als es bierernste Kritik jemans vermöchte. Danke – und weiter so! UM.

  12. 12 ben 12. April 2011 um 20:22 Uhr

    Schöne Idee, wir brauchen mehr davon…

  13. 13 Planet 13. April 2011 um 11:31 Uhr

    Ich kann nur vor solchen Aktionen warnen, diese gefährden Millionen von Arbeitsplätzen in der Alkoholismusindustrie!

    P.S.: sie haben im Nachnamen des Institutsleiters einen Schreibfehler gemacht.

    P.P.S.: Danke für den gelungenen Schmunzler zur Mittagspause! :)

    Gruß,
    Planet

  14. 14 Senfdazugeber 14. April 2011 um 21:50 Uhr

    Es besteht die Gefahr, dass Menschen, die kein Geld mehr für Alkohol und Tabak ausgeben, sich anderweitig mit Genuss- und Betäubungsmitteln versorgen. Die Schäden aus der Verwendung alternativer Genuss- und Betäubungsmittel müssen aber auch irgendwie behandelt werden. Deshalb empfehle ich, die eingesparten Lohnanteile an die Krankenkassen zu überweisen. Oder gleich an die Pharmaindustrie.

  15. 15 Andy Bayer 16. April 2011 um 2:08 Uhr

    Welch geniale und revolutionäre Forderung! Vielleicht ist so Deutschland noch zu retten.

  16. 16 barack palinka 19. April 2011 um 9:04 Uhr

    dieter dummbeutel for president! (und das institut für innovative politik sollte wirklich gegründet werden!)

    der hier trefflich geübte loriot’sche ansatz sollte schule und dann politik machen. so herum betrachtet und mit einem erfrischenden augenzwinkern wird einem die absurdität dieses politischen handelns erst bewusst.
    als ob man durch kürzung sucht bzw. konsum von alkohol und tabak beherrschen könnte. der konsument wird immer mittel und weg für seinen konsum finden, und als erstes verzichtet er doch eher auf was anderes als auf den suchtmittelkonsum.
    die kürzung kommt vielmehr als ein weiterer schritt der entmündigung daher. und wenn er es denn ernst meint mit der sorge um die gesundheit, dann ist der schritt obendrein noch ein paradebeispiel dilettantischen verwaltungshandelns. als ob man mit ein bisschen kürzen die welt wieder heile rückt…

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